26.01.2012: Abou Fall wird von placet behandelt Mauretanien befindet sich im nördlichen Westafrika und liegt somit zwischen der nordafrikanischen arabischen und der subsaharanischen schwarzafrikanischen Welt.
Aufgrund von Rassismus zwischen beiden kommt es dort seit der Unabhängigkeit 1960 immer wieder zu Unruhen, da die Schwarzafrikaner sich von den arabisch-stämmigen Machthabern unterdrückt fühlen. Am 28.11.2011 feierte Mauretanien seinen 51. Unabhängigkeitstag. Doch da an diesem Tag im Jahr 1989 mehrere Personen in einem Militärgefängnis getötet wurden und sich um die Erfassung der Täter bis heute niemand gekümmert hat, gingen an diesem Tag viele Leute auf die Straße, um für eine Aufklärung der Morde zu demonstrieren. Abou Fall, unser Patient, ein engagierter Rapper der Gruppe Haboobe e Baasal, im Hauptberuf Maurer, war einer von ihnen. Als die Polizei die Demonstration mit Hilfe von Tränengasgranaten auflösen wollte, schossen die Polizisten die Tränengasgranaten nicht wie üblich in die Luft, sondern in die Menge. Dabei wurde Abou Fall von einer dieser Granaten an seiner linken Hand getroffen, wo sie explodierte. Zudem schlugen die Polizisten mit Schlagstöcken auf seine Beine.
Die Behandlung im nationalen Krankenhaus bestand in einer Erstversorgung, bei der der vierte Finger amputiert wurde. Danach wurden nur die Verbände gewechselt. Über den tatsächlichen Zustand der Hand und mögliche Behandlungsmöglichkeiten im Ausland, da es vor Ort keine Handchirurgen gibt, wurde weder Abou Fall selbst, noch seine Familie aufgeklärt. Auch als er nach Deutschland zur Behandlung seiner Hand eingeladen wurde, wurde ihm die Herausgabe der Krankenakte vom behandelnden Arzt verweigert. Dieser ist arabisch-stämmig. Seit dem 26.01.2012 kümmert sich placet um ihn.
Abou Fall hat dies Ina Bauer zu verdanken, die die Verbindung zu unserer Organisation herstellte und Flug und Aufenthalt in Deutschland organisiert. Zudem kümmert sie sich hier sehr engagiert um ihn.
Abou mit seiner verletzten Hand
Abou und seine Betreuerin Ina Bauer